Issa und die Entwicklungshilfe

Ich möchte Euch gern kurz die Geschichte von Issa Dumbuya erzählen: Issa ist 12 Jahre alt und ein aufgewecktes Kerlchen. Sein linkes Augenlicht verlor er vor ein paar Jahren beim Spielen, als ein anderer Junge ihm einen Stein ins Gesicht warf. Trotzdem spielt Issa noch immer für sein Leben gern Fußball, Basketball und manchmal sogar Rugby. Äußerst bemerkenswert mit nur einem Auge!

„Ich wünsche mir nichts sehnlicher als einen Fußball“, erklärte er meiner Frau. Die spontane Reaktion von uns Weißen: Armes Kind! Dem muss geholfen werden …

Zum Glück haben wir vor dem Weg zum nächsten Laden den Ziehvater von Issa befragt. Die Antwort: Natürlich habe Issa einen Fußball, mehrere sogar. Doch die werden ihm zeitlich zugeteilt, „sonst lernt der Junge nicht mehr für die Schule!“

Ich finde, besser kann man kaum erklären, warum „weiße“ Entwicklungshilfe in Afrika regelmäßig scheitert …

Hören wir endlich auf, sinnlose Geschenke zu verteilen, die negatives bewirken! Wer Issa wirklich helfen möchte, kauft keine Fußbälle, sondern investiert in Sierra Leone (ich hätte da durchaus Vorschläge). Dann bekommt der Bengel in vier bis acht Jahren hoffentlich einen Job (bei dem abends noch Zeit zum kicken bleibt).